24.08.2026
Tennis

WM-Medaillen für Eileen Aranas-Roth

Zwei Wochen, vier Wettbewerbe, ein spontaner Mixed-Partner aus Pakistan – am Ende Silber im Doppel sowie Bronze im Mixed: Eileen Aranas-Roth hat bei den ITF Masters World Championships eine starke WM gespielt.

Für die Eintrachtlerin war es bereits die sechste Weltmeisterschaft in Folge. Seit ihrem Wechsel in die Altersklassen nimmt sie jedes Jahr an den Titelkämpfen teil und gehört regelmäßig zum deutschen Aufgebot. Die Weltmeisterschaften erstrecken sich traditionell über zwei Wochen: Während in der ersten Woche die Nationalmannschaften gegeneinander antreten, stehen in der zweiten Woche die Einzel-, Doppel- und Mixed-Wettbewerbe auf dem Programm. Für Deutschland übernahm die Eintrachtlerin bereits mehrfach die Rolle der Mannschaftskapitänin.

Woche 1: Mit dem Team im Kampf um Bronze

Die erste Woche bei den Weltmeisterschaften in Lissabon gehörte dem Mannschaftswettbewerb – gespielt wird im Format wie beim Davis Cup: zwei Einzel und ein Doppel pro Begegnung. Für Deutschland gingen in der Altersklasse Damen 40 Eintrachtlerin Eileen Aranas-Roth, Katharina Rath, Monika Keller und Nina Spaeth an den Start.

Nach zwei souveränen Siegen in der Gruppenphase gegen Irland und Norwegen ging es im Viertelfinale gegen Frankreich – auch das gewann das deutsche Team. Im Halbfinale warteten dann die späteren Finalisten aus den USA um Mariko Fritz-Krockow, diesjährige Mannschaftskollegin von Eileen im Team der Hessenliga-Damen. Beide trafen nun im Einzel direkt aufeinander – und Mariko behielt am Ende die Oberhand. Damit ging es für Deutschland ins kleine Finale um Platz 3 gegen Österreich – ein Krimi, der im dritten Satz des entscheidenden Einzels mit 5:7 verloren ging, sodass es beim Stand von 0:2 kein entscheidendes Doppel mehr brauchte. Am Ende blieb Rang 4 – nur knapp an der Bronzemedaille vorbei.

Die Bedingungen machten die Sache nicht leichter: Über die gesamten zwei Wochen gab es nur ein bis zwei freie Tage, dazu Temperaturen von über 32 Grad und viel Wind, der die Hitze zwar erträglicher machte, aber auch für zusätzliche Belastung sorgte. 

Woche 2, Einzel: Sieg zum Auftakt, dann die spätere Siegerin

Direkt am Tag nach der Siegerehrung der Teamwoche ging es für Eileen mit der Einzelkonkurrenz weiter. Die erste Runde gewann sie glatt mit 6:2, 6:2. In Runde zwei traf sie auf eine Schweizerin mit einer ehemaligen WTA-Weltranglistenposition von 355 – eine nahezu fehlerfreie Gegnerin, die das Turnier am Ende auch gewann. Damit reihte sich Eileen in eine kuriose persönliche Statistik ein: Bei internationalen Einzel-Niederlagen trifft sie auffallend oft auf die spätere Turniersiegerin.

Doppel: Silber an der Seite von Mariko Fritz-Krockow

Kennengelernt hatten sich Eileen und Mariko Fritz-Krockow bereits in dieser Saison in der Hessenliga. Während eines Familienaufenthalts in Frankfurt spielte Mariko für Eintracht Frankfurt, wo beide auch gemeinsam im Doppel antraten. Schon vor ihrer Anreise nach Deutschland hatten sie vereinbart, bei den Weltmeisterschaften in Lissabon gemeinsam im Doppel zu spielen.

In der ersten Runde ging es gegen ein russisches Duo und Eileen und Mariko gewannen die Partie deutlich mit 6:3 und 6:0. In der zweiten Runde folgte ein Sieg gegen die Argentinierinnen Florencia Moya und Jessica Sole Dolli. Dolli hatte im Einzel gegen Mariko wegen einer Verletzung im dritten Satz aufgeben müssen und musste nur zwei Stunden später schon wieder ran – im Doppel war ihr die Erschöpfung deutlich anzumerken, während ihre Partnerin spielerisch eine Klasse schwächer war. Im Halbfinale ging es gegen eine österreichisch-slowakische Paarung, Nina Herrmann und Silvia Schuder – eine mental extrem zehrende Partie gegen zwei Spielerinnen, gegen die man schon oft gespielt, aber selten gewonnen hatte. Diesmal setzten sich Eileen und Mariko durch und zogen ins Finale ein, das sie am Ende knapp verloren. Damit stand für das Duo die Silbermedaille im Doppel der Damen 40 fest.

Mixed: Eine spontane Partnerschaft mit Erfolg

Die wohl außergewöhnlichste Geschichte der Weltmeisterschaften schrieb das Mixed. Eigentlich wollte Eileen Aranas-Roth in der zweiten Turnierwoche nur Einzel und Doppel spielen, nachdem ihr Stamm-Mixed-Partner Sebastian Deigle verletzungsbedingt absagen musste. Dann erhielt sie kurzfristig die Anfrage des Pakistaners Aqeel Khan, der seine Anmeldung für die zweite Turnierwoche verpasst hatte und innerhalb weniger Stunden noch eine Partnerin für Doppel und Mixed finden musste. Obwohl sich die beiden zuvor nie begegnet waren, sagte Eileen zu.

Khan entpuppte sich als aktiver Davis-Cup-Spieler Pakistans mit ATP-Erfahrung. Die spontane Zusammenarbeit zahlte sich aus: Nach Siegen gegen Doppel aus Australien sowie Argentinien und Uruguay und einem dramatischen Viertelfinale gegen das portugiesische Geschwisterpaar Perera zogen die beiden ins Halbfinale ein. Dort unterlagen sie den portugiesischen Ex-Tour-Profis Rita Freitas und Fred Gil knapp. Da kein Spiel um Platz drei ausgetragen wurde, durfte sich das Duo über die Bronzemedaille freuen.