21.11.2009

Kindergarten-Projekt

Mitgliederschwund und Nachwuchsmangel – zwei Erscheinungen, über die nicht wenige Tennisclubs wortreich Klage führen. Wie man dem wirkungsvoll gegensteuern kann, will die Tennisabteilung von Eintracht Frankfurt beweisen. Man benötigt dazu noch nicht einmal eine opulente Ausstattung mit finanziellen Mitteln, dafür aber engagierte Leute, jung und begeisterungsfähig, die von der Sache überzeugt sind.Die Kapazität der Trainingsplätze ist im Sommer durch die vielen Jugendlichen ausgeschöpft. Die Verantwortlichen haben sich daher etwas einfallen lassen. Zurzeit wird auf der Wiese neben dem Clubhaus ein Kleinfeldplatz gebaut, auf dem im Sommer trainiert werden soll ( siehe Foto ). Speziell die Kinder von 4-9 Jahren werden dort ihren Trainingsbetrieb absolvieren. Bis zur U 9 wird im Tennis auf Kleinfeldplätzen gespielt und parallel Vielseitigkeitsübungen durchgeführt.Natürlich werden dort sehr viele neue Kids benötigt, die erst gefunden werden müssen.Dafür haben die Eintrachtler eine Ochsentour auf sich genommen.Im November besuchten sie über 15 Kindergärten im Einzugsgebiet und ließen die Jungen und Mädchen kräftig schnuppern.Der Sportliche Leiter Carsten Müller und sein Schulpraktikant Lukas Storck, selbst Tennisspieler bei der Eintracht, sahen viele junge Talente.Wichtig ist dies auch vor einem ganz anderen Hintergrund: Heutzutage weisen immer mehr Kinder motorische Defizite auf. Ihre Koordination ist eher mangelhaft, wenn sie stürzen, droht größeres Ungemach, und viele können noch nicht einmal rückwärts laufen. Kein Wunder. Sport ist vor allem in Kindergärten das fünfte Rad am Wagen.Der Spaßfaktor am Tennis, so das Fazit des Eintracht-Duos, ist ungebrochen. Allerdings ist die persönliche Ansprache wichtiger denn je. Je früher, desto besser.Das Projekt ist aber erst ein kleiner Anfang. Im April, kurz vor Saisonbeginn, will das 8 köpfige Trainerteam 2 Wochen an sämtliche Grundschulen in Frankfurt gehen, die Kinder schnuppern lassen und 1.und 2.Klässler zu einem großen Eventtag auf das Tennisgelände einladen.Wie viele Kinder letztendlich sich dafür entscheiden diese Sportart anzutreten, wird sich zeigen, jedoch ist der Optimismus sehr groß.Praktikant Lukas Storck war in den Tagen sehr müde und machte seine Erfahrungen, wie anstrengend die Arbeit mit jungen aufgeweckten Kids sein kann. Trotzdem gewann er an dem freien Wochenende ein Tennisturnier in Hambach und zeigte eine tolle Leistung. Ab Montag heißt es wieder die Schulbank drücken und an dem einen oder anderen Tag wäre er sicher dann lieber bei den kleinen Kindern in der Turnhalle.  

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