25.02.2021
Tennis

Ein Funken Normalität

Die meisten Sportarten müssen aufgrund der Corona-Pandemie aktuell ruhen. Doch die Tennisabteilung der Eintracht schafft es, dank ausgeklügelter Hygienekonzepte ein wenig Normalität zu bieten.

Vor wenigen Wochen noch lagen die Tennisplätze des Sportgeländes am Riederwald unter einer Schneeschicht begraben. Mit dem sich bessernden Wetter geriet der Hartplatz wieder in Benutzung, die restlichen Plätze sollen im April folgen. Als fast einzige Abteilung der Eintracht musste der Tennissport seinen Trainingsbetrieb bislang nicht einstellen. „Das liegt daran, dass wir ein Individualsport sind“, erklärt Carsten Müller, der sportliche Leiter der Abteilung. Anders als bei anderen Individualsportarten, wie Judo, Ringen oder auch Tischtennis, können hier zudem große Abstände zwischen den Spielern eingehalten werden. Um dies auf dem gesamten Gelände zu gewährleisten, sind pro Platz und in den Umkleiden nicht mehr als zwei Personen erlaubt. Jedes Training findet einzeln statt.

Treffen der weltbesten Nachwuchsspieler am Riederwald

Obwohl der Wettkampfbetrieb in ganz Deutschland mehr oder weniger komplett ausgesetzt ist, bot sich der Eintracht im Januar sogar die Möglichkeit, ein ITF Jugend Weltranglistenturnier auszutragen. Da Nachwuchstalente aus der ganzen Welt teilnahmen, wurde der Wettkampf als Profiturnier eingestuft und dementsprechend erlaubt. „Das Hygienekonzept, das wir vorgelegt haben, hat allen, auch dem Gesundheitsamt, so gut gefallen, dass davon ausgegangen werden konnte, dass das Turnier reibungslos über die Bühne gehen wird“, so Müller. Die Veranstaltung sei ein voller Erfolg gewesen. „Die Spieler waren unglaublich dankbar, dass sie mal wieder ein Turnier spielen konnten.“ Die Umsetzung des Hygienekonzepts, das unter anderem regelmäßige Corona-Tests, ständiges Fieber messen und gewissenhaftes Beachten der Mindestabstandsregeln beinhaltete, sei zwar für alle Beteiligten, vor allem auf Veranstalterseite, Kräfte zehrend gewesen, der Aufwand habe sich aber gelohnt. „Auch unter allen Teilnehmenden herrschte sehr viel Verständnis für die Maßnahmen und alle waren sehr glücklich, dass das Turnier so durchgezogen werden konnte“, erzählt Müller. Dennoch sei das Wichtigste, „dass die Kinder hier Sport machen dürfen. Egal, ob das wettkampfbasiert ist oder nicht.“

Man ist sich bei der Eintracht darüber bewusst, wie viel an der konsequenten Durchsetzung der Regeln hängt. „Wir kennen andere Tennishallen in Hessen, die teilweise schon geschlossen wurden. Wir sind von den Halleneinnahmen abhängig. Zudem arbeiten bei uns 15 Trainer, die von der Arbeit leben“, erklärt Müller. „Wenn bei uns die Hallen dichtgemacht werden müssten, hätte das extreme Auswirkungen.“ Generell ist Hessen eines von gerade mal vier Bundesländern, in denen die Tennishallen geöffnet sein dürfen. „Allein deshalb sind wir schon sehr dankbar.“ Auch unter den Tennisspielern herrscht eine positive Stimmung. „Es gibt wenige, die Angst haben. Wir haben auch Rentner und Senioren, die bei uns in der Halle spielen. Unsere Mitglieder wissen, dass wir gewissenhaft mit der Situation umgehen und dass nur wenige Leute gleichzeitig hier sind“, berichtet Müller.

Zuversichtlich in die Zukunft blicken

So langsam richtet sich der Bick der Adlerträger auf die anstehende Saison, die, sofern die Corona-Situation es zulässt, Ende April beginnen soll. Zuvor ist allerdings noch die Austragung der ersten „Rafa Nadal Academy Open“ am Riederwald geplant. Da dieses nicht als Profiturnier ausgeschrieben ist, hängt die Durchführung davon ab, ob Wettkampfveranstaltungen bis zu den Osterferien erlaubt werden. Das Turnier wäre eine große Gelegenheit für junge Tennisspieler in der Umgebung. „Die Kinder und Jugendlichen könnten endlich mal wieder nicht nur trainieren, sondern sich auch gegen andere messen“, so Müller, der neben seiner Tätigkeit als sportlicher Leiter auch die Turnierleitung übernimmt. Den Siegern winkt zudem ein einwöchiger Aufenthalt in der renommierten Rafa Nadal Academy auf Mallorca. Auch wenn bislang nicht gesichert ist, dass das Turnier stattfinden darf, bleiben alle Beteiligten bei der Eintracht motiviert und zuversichtlich: „Wir haben im Januar sehr gute Erfahrungen gemacht und wollen dieses Turnier gerne ins Leben rufen. Jetzt muss nur noch die Regierung mitspielen. Im März wird es ja voraussichtlich Entscheidungen geben, die auch den April betreffen. Dann wissen wir, ob es stattfinden darf, oder nicht.“

So gut, wie das hier alles läuft, hätte ich überhaupt keine Bedenken und keine Angst, in die Saison zu starten. Ich glaube, ich kann für uns alle sprechen, auch den Vorstand und die Trainer, wenn ich sage, dass wir sehr zuversichtlich sind.

Carsten Müller, sportlicher Leiter der Tennis-Abteilung

Auch in Bezug auf die im Frühling beginnende Spielzeit zeigt sich Müller optimistisch: „Tennis war schon im ersten Lockdown fast die einzige Sportart, die ihre Wettkämpfe absolvieren durfte. Im Nachhinein hat man gesehen, dass das super funktioniert hat.“ Der sportliche Leiter der Tennisabteilung fügt an: „So gut, wie das hier alles läuft, hätte ich überhaupt keine Bedenken und keine Angst, in die Saison zu starten. Ich glaube, ich kann für uns alle sprechen, auch den Vorstand und die Trainer, wenn ich sage, dass wir sehr zuversichtlich sind.“

Zuversicht, die in diesen Zeiten so wichtig ist. Die Tennisabteilung schafft es, mit strengen Regeln und einer Miteinander- statt Gegeneinander-Haltung Perspektive zu bieten und alle Generationen in Bewegung halten. Bewegung, die für alle unglaublich wichtig ist. „Wir sind die Sportart, die im Moment am meisten Glück hat“, resümiert er. „Wir dürfen spielen, haben unsere Halle gut vermietet, die Leute haben Spaß und die Kinder freuen sich. Dementsprechend müssen wir alles positiv sehen.“ Und positiv bleiben. Denn das Licht am Ende des Tunnels ist für alle sichtbar.

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